7Tage7Cover: Tag 2 von 7: Small Gods

Terry Pratchett - Small Gods

Tag 2 von 7. Frank Röhr ist schuld. Also: 7 Tage lang Bücher, die mich beeindruckt und geprägt haben.

„Small Gods“ (deutsch: Einfach Göttlich) ist eine Geschichte, die auf Terry Pratchetts Scheibenwelt spielt, einer Fantasy-Welt die der satirischen Auseinandersetzung mit allen möglichen Themen dient. Und das auf unglaublich komische Weise.

„Small Gods“ beschäftigt sich mit organisierter Religion. Der große Gott Om hat ein Problem. Zwar ist seine Religion die größte, am besten organisierte auf der Scheibenwelt, aber die Menschen haben vergessen, an ihn zu glauben. Stattdessen glauben sie nur an die Institution Kirche. Das ist Oms Problem, weil die Macht der Götter auf der Scheibenwelt direkt von der Menge seiner Gläubiger abhängt. Das Schicksal vergessener Götter ist entsprechend traurig. Om hat Glück im Unglück, er hat noch einen letzten Gläubigen, den nicht sonderlich hellen Novizen Brutha. Mit dessen möchte Om seine alte Macht zurückerlangen, eigentlich hat er ja gar keine Wahl.

Wie alle Pratchett-Romane ist „Small Gods“ vordergründig eine gut erzählte, ins absurde gehend lustige Geschichte. Im Hintergrund beschäftigt sich der Roman aber mit verschiedenen philosophischen religiösen Konzepten. Und ja, dass Pratchett kein Fan organisierter Religion war, die sich in das Leben anderer einmischt, wird ziemlich deutlich.

„Small Gods“ ist die 13. Geschichte, die auf der Scheibenwelt spielt, aber meiner Meinung nach trotzdem ein guter Einstieg in das Werk. Sie ist halbwegs abgeschlossen und baut nicht so sehr auf Insider-Witze auf, wie es andere Romane tun. Ich glaube, ich lege mir dieses Buch mal wieder auf den Todo-Stapel.

Auch wenn man Fantasy nicht so cool findet, ist Patchett ein Autor, mit dem man sich auseinandersetzen kann. Seine Naturdoku „Last Chance to See“ über aussterbende Arten ist überaus unterhaltsam geschrieben. Auch wenn das Thema eigentlich kein einfaches ist. Zusammen mit Stephen Baxter hat sich Pratchett mit „The Long Earth“ in der Science Fiction bewegt und wie ich „Good Omens“ (zusammen mit Neil Gaiman) einordnen sollte, kann ich nicht sagen. Irgendwas mit dem Ende der Welt oder so …