7Tage7Cover: Tag 7 von 7: The Songs of Distant Earth

Arthur C. Clarke - The Songs of Distant Earth

Tag 7 von 7. Frank Röhr ist schuld. Also: 7 Tage lang Bücher, die mich beeindruckt und geprägt haben.

Das bekannteste Werk von Arthur C. Clarke ist „2001: Odyssee im Weltraum“, nicht zuletzt weil vor 1968 in erstaunlicher Weise von Stanley Kubrick verfilmt wurde. Übrigens, ein immer noch sehr gut schaubarer Film, was man nicht über jedes 50 Jahre altes SF-Werk sagen kann. Clarke hat aber noch einige weitere, sehr lesenswerte Romane geschrieben.

„The Songs of Distant Earth“ ist irgendwie eine Utopie. Fast sofort nachdem klar war, dass die Erde in wenigen hundert Jahren zerstört werden würde, hat die Menschheit viele Kolonieschiffe ausgesandt, um fremde Welten zu besiedeln. So sollte menschliche Spezies und ihre Kultur erhalten werden. Eine dieser Welten ist der vor bis auf wenige Inseln aus Ozean bestehende Planet „Thalassa“. Hier hat sich in den etwa 700 Jahren nach der Besiedlung eine recht stabile, utopische Gesellschaft gebildet. Der Kontakt zur Erde ist vor einigen Jahrhunderten abgebrochen, weil ein kleiner Vulkanausbruch die Satellitenschüssel zerstört hat.

In die Idylle von „Thalassa“ bricht nun die Nachricht, dass sich ein Raumschiff nähert. Und zwar das letzte, dem die Flucht von der Erde gelungen ist. Der technische Fortschritt macht es möglich, dass die „Magellan“ fast 1 Million Menschen mit Ziel „Sagan 2“ (hach) transportieren kann. Thalassa ist ein geplanter Zwischenstopp um nach gut 200 Jahren Reisezeit Ressourcen (vor allem Wassereis) für den Rest der Reise nachzutanken.

Hier treffen nun also zwei Kulturen aufeinander. Die eine technisch weiterentwickelt als die andere. In der SF ein klassisches Thema, dass viele historische Vorbilder hat. Und meist ging das für die schwächere Kultur nicht gut aus. Wie es hier ausgeht, findet ihr schon selbst raus, wenn es euch interessiert. :)

Ich bin immer wieder von Clarkes nicht zu brechenden Optimismus überrascht. Dieser macht den Roman für mich so besonders. In der denkbar größten Katastrophe zeigt er, wie die Menschheit über sich hinauswachsen kann.

Nicht zuletzt ist der Roman für mich emotional aufgeladen, weil er Literatur mit Musik verbindet. Einige Jahre nach dem Erscheinen hat der Roman nämlich Mike Oldfield zum gleichnamigen Album inspiriert, in dem einzelne Stücke Szenen aus dem Roman gewidmet sind. Als Beispiel sollen hier „Ascension“ (https://www.youtube.com/watch?v=b6wqfiMBEik) aus dem Album ausreichen. Da ich das Album schon kannte, als ich das Buch zum ersten mal las, hatte ich gleich einen Soundtrack zum Geschehen im Kopf.

Noch ein paar Sätze zum Autor:
„The Songs of Distant Earth“ ist definitiv mein Lieblingsroman von Arthur C. Clarke. Es gibt aber noch einige andere, die sehr lesenswert sind. Die literarische Qualität zeigt sich auch darin, dass sie trotz teilweise sehr detailliert beschriebener Technologien nach so vielen Jahren immer noch sehr gut lesbar sind. Jemand, der mal versucht hat, Stanisław Lem zu lesen, weiss was ich meine.

Für den Einstieg empfehle ich „Rendevouz with Rama“ (1973, „Rendezvous mit 31/439“) sowie „The Light of Other Days“ (2000, „Das Licht ferner Tage“ und den „Times Eye“-Zyklus (2004-2009), beide in Zusammenarbeit mit Stephen Baxter.

Wer jetzt Lust auf mehr bekommen hat, kann sich an „The City and the Stars“ (1956, „Die sieben Sonnen“) und „Childhoods End“ (1953, „Die letzte Generation“) versuchen. Alle genannten Bücher gibt es zumindest in der englischen Fassung auch als Hörbuch.
„2001“ habe ich hier nicht vorgeschlagen, weil die Geschichte vermutlich ohnehin fast jeder kennt, der bis hierher liest :)

Hinweis zum Bild:
Das habe ich diesmal nicht selbst gescannt, weil ich meine Ausgabe verlegt oder verliehen habe. Ich hab‘s schon ein paar mal gekauft. Das Bild wurde vom Benutzer Rtrace@Wikipedia unter der Fair Use Bedingungen veröffentlicht: (https://en.wikipedia.org/wiki/File:Songs_of_distant_earth.jpg)